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30.11.2019
14'000 Schafe und das unfassbare Tierleid auf Tiertransporten

Über 14'000 Schafe sind vor der Küste Rumäniens bei einer Havarie eines Frachters ums Leben gekommen. Können wir uns nun zurücklehnen: In der Schweiz kann so etwas ja nicht passieren? Mit dem massenhaften Import von jährlich 90'000 Tonnen möglichst billigem Fleisch, im Wissen um die tierquälerischen Bedingungen in ausländischen Ställen und auf den Transporten, machen wir uns mitschuldig.

Nicht nur im internationalen Raum sind mehrtägige Transporte möglich. Auch in den flächenmässig riesigen Ländern wie Australien und Neuseeland, von wo zwei Drittel des in die Schweiz gelieferten Schaffleisches herkommen, ist der Transport zum Schlachthof mit langen Distanzen und mit viel Tierleid verbunden. Ganz generell liefern die Deklarationen den KonsumentInnen keine Informationen über die Tierhaltung. Eine vom STS in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zeigt, dass es 85 % der Bevölkerung sehr wichtig ist, wie dem Tierschutz bei der Produktion dieser Nahrungsmittel Rechnung getragen wurde. Ebenso viele verlangen klare Informationen auf dem Produkt. Derzeit wird eine Revision der Deklarationspflicht geprüft. Gemäss vorliegendem Berichtsentwurf ist zu befürchten, dass der Bundesrat wegen der Verletzung von internationalen Verpflichtungen (WTO) keine Verschärfung der Deklarationspflicht vorschlagen wird. Sollte der eidgenössische Tierschutzstandard bzw. eine Verschärfung der Deklarationspflichten nicht sichergestellt werden, würde der STS mit allen Mitteln – inkl. Boykottaufrufen – gegen tierschutzwidrige Importe kämpfen.

Vor dem Hintergrund, dass im letzten Jahr 5‘800 Tonnen Schaffleisch in die Schweiz importiert wurden, was umgerechnet knapp 400‘000 Tieren bzw. Lämmern entspricht, empfiehlt der STS: Inländisches Fleisch ist Importen vorzuziehen, wenn es ökologisch und tierschützerisch sinnvoll in der Schweiz erzeugt werden kann.

Dr. Stefan Flückiger, Geschäftsführer Agrarpolitik, Schweizer Tierschutz STS