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Wir schützen, was wir lieben

08.04.2019
«Wir schützen, was wir lieben» – Infokampagne gestartet!
Der Schweizer Bauernverband will zusammen mit seinen Mitgliedorganisationen und der Bau-ernschaft im Rahmen der Kampagne «Wir schützen, was wir lieben» bestehende Probleme an-gehen und die Bevölkerung über Themen im öffentlichen Fokus informieren: Pflanzenschutz, Nutztierhaltung, -fütterung, -gesundheit oder Biodiversität. Dafür hat er spezielle Flyer und Ta-feln, einen Messestand, ein Outdoormodul sowie eigene Kanäle im Online- und Social Media-Bereich erstellt. Nun gilt es diese zu nutzen!
Verschiedene landwirtschaftliche Themen sind in der Öffentlichkeit omnipräsent. Dazu gehören z.B. Pflanzen-schutz, Nutztierfütterung, -gesundheit, -haltung oder Biodiversität. Praktisch immer ist damit viel Kritik verbun-den. Manchmal ist diese gerechtfertigt, oft aber undifferenziert und einseitig. Da das Wissen rund um die land-wirtschaftliche Produktion und die Zusammenhänge bei vielen Leuten gering ist, fällt diese Saat auf einen frucht-baren Boden. Dem will der Schweizer Bauernverband (SBV) etwas entgegenhalten. Auf einer ersten Schiene ar-beitet er intensiv daran, dass die bestehenden Probleme effektiv angegangen werden. Dazu gehört beispiels-weise das Vermeiden von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln oder Düngern in kleineren und mittleren Oberflächengewässern. Er setzt sich dafür ein, dass die Landwirtschaft, die dafür bestehenden nationalen Akti-onspläne, wie jener für Pflanzenschutz, wirkungsvoll umsetzt. Entsprechend fordert er die Bauern auf, sich ohne Wenn und Aber an die bestehenden Gesetze und Vorschriften zu halten. Das gilt ganz speziell, was das Einhalten von Abständen zu Gewässern, Gehölzen, Wegen u.ä.m. anbelangt. Dies ganz nach dem Motto «Wir schützen, was wir lieben».
Dieser Slogan ist auch der gemeinsame Nenner für die zweite Schiene: Die Vermittlung von Informationen zu den umstrittenen Themen. Dafür hat der SBV Informationstafeln und Flyer zu den Themen Pflanzenschutz, Tier-haltung und Nutztierfütterung erarbeitet. Die Mitgliedorganisationen erhalten ihre bestellten Mengen in den nächsten Tagen. Zum Thema Pflanzenschutz steht ein Indoormodul bestehend aus vier Elementen, einem Spiel und Wettbewerb zur Verfügung. Für Anlässe draussen besteht ein Outdoormodul mit acht verschiedenen Tafeln zur Auswahl. Als übergreifende Informationsplattform ist unterdessen die Webseite www.verantwortungsvolle-landwirtschaft.ch aufgeschaltet. Dort finden sich ergänzende kurze Erklärvideos. Ebenfalls gibt es eine eigene Kampagne-Facebookseite. Daneben nutzt der SBV auch die bereits bestehenden digitalen Kanäle für entspre-chende Informationen. Die ganze Landwirtschaft und alle Bauernfamilien sind aufgerufen, sich zu engagieren: Die bereitgestellten Tafeln im Ackerbau oder Spezialkulturen aufstellen, Flyer im Hofladen auf legen, Beiträge in den sozialen Medien teilen und generell das Gespräch mit der Bevölkerung suchen. Und selbstverständlich: Mit vorbildlichem Verhalten keinen Anlass für Kritik geben!
 

Nachhaltige Wolfs-Ausrottung

Das BAFU gönnt nur noch dem Wolf sein täglich Fleisch!
Unter dem Titel „Nachhaltige Verpflegung“ empfiehlt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) der Bevölkerung, auf Fleisch zu verzichten!
Was hat das mit dem Wolf zu tun? Nun - mit der Zeit schon etwas! Wenn keine(r) mehr Fleisch kauft, wird der Bauer darauf verzichten, Tiere zu züchten. Seine Milchtiere werden irgendwann galt. Dann sind auch Käse und Co nur noch auf Bildern aus früheren Zeiten zu haben.
Die alten Tiere werden dem Wolf zum Frass vorgesetzt, weil das Schlachten sich ja nicht mehr lohnt. Neue, junge Tiere gibt es keine mehr! Und das Wild? Es ist die Wildnis besser gewohnt als unsere Nutztiere. Es hat schon manchen Jäger überlebt.
Dem Wolf nutzt dann auch die schön verödete Wildnis um ihn herum nicht mehr viel, wenn er nichts mehr zu beissen hat. Und – er wird sich verziehen!
So gesehen, müssen die Tierhaltenden dem BAFU eigentlich dankbar sein. Es bräuchte dann nur ein paar mutige Walliser, welche ihre einzigartigen Rassen widerrechtlich ins Ausland bringen, sie dort weiterzüchten lassen und nach Ende der Wolfsgefahr wieder zurück holen. Solche Walliser haben auch schon die seinerzeit verpönte Evolèner Rasse überleben lassen!
Welches Märchen gefällt besser? Das vom BAFU oder das von der BVO. Abstimmen und weitersagen ausdrücklich erlaubt!
 

Ausbringen von Gülle und Mist im Winter

30.12.2018
Gemäss guter landwirtschaftlicher Praxis – umweltschonend und gesetzeskonform
Die nachstehende PDF-Datei dient dem Landwirt als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage beim Einsatz von Hofdünger im Winter. Mit einbezogen ist ebenfalls das Ausbringen von Kompost. Die folgenden zwei Entscheidungsschemas sind ein Hilfsmittel zur Wahrnehmung der Eigenverant-wortung des Betriebsleiters. Sie enthalten die wichtigsten Kriterien für eine umweltschonende Hofdüngerausbringung in kritischen Situationen, wie sie im Winter während der Vegetationsruhe herrschen können. Ziel beim Ausbringen von Gülle und Mist im Winter nach guter landwirtschaftlicher Praxis ist die Vermeidung von Gewässer- und anderen Umweltbelastungen, sowie eine möglichst sinnvolle und effiziente Nutzung der auf dem Landwirtschaftsbetrieb vorhandenen Nährstoffe unter den besonderen Umständen.
Punkte 1 und 2 siehe nachstehende PDF-Datei.

3. Ausnahmeregelung für Hofdüngereinsatz ausserhalb der Vegetationsperiode
Grundsätzlich dürfen während der Vegetationsruhe keine stickstoffhaltigen Dünger ausgebracht werden, weil die Pflanzen den Stickstoff nicht aufnehmen können und ausreichend Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Das Ausbringen von Gülle, Mist und Kompost ist in dieser Zeit nur in Ausnahmesituationen und somit nur unter bestimmten Bedingungen gerechtfertigt. Dabei sind Risiken auszuschliessen, die zur Beeinträchtigung von Oberflächengewässern und Grundwasser führen können. Dünger dürfen nicht abgeschwemmt oder ausgewaschen werden!
Aus klimatologischer Sicht gilt jene Jahreszeit als Vegetationsruhe, bei der die Temperatur im Tagesmittel unter 5° C liegt. Unter diesen Bedingungen besteht kein Nährstoffbedarf der Pflanzen. Die Vegetationsruhe gilt als unterbrochen, wenn während mindestens 7 aufeinander folgenden Tagen die Tagesmitteltemperatur über 5° C steigt («Düngefenster»). Erfahrungsgemäss dauert die Vegetationsruhe im Mittelland von Mitte November bis etwa Mitte März (Tagesnormwerte der Messstationen von MeteoSchweiz im 30-jährigen Durchschnitt www.meteoschweiz.ch).

4. Fachtechnische, gesetzliche Grundlagen
Mit dem Auszug aus der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV Anhang 2.6) ist nur eine von vielen gesetzlichen Grundlagen erwähnt, aber die fachtechnisch relevanteste:

Ziff. 3.1 Grundsätze
1) Wer Dünger verwendet, muss berücksichtigen:
a. die im Boden vorhandenen Nährstoffe und den Nährstoffbedarf der Pflanzen (Düngungsempfehlungen);
b. den Standort (Pflanzenbestand, Topografie und Bodenverhältnisse);
c. die Witterung;
d. Beschränkungen, die nach der Gewässerschutz-, der Natur- und Heimatschutz- oder der Umweltschutzgesetzgebung angeordnet oder vereinbart worden sind.

Ziff. 3.2.1 Stickstoffhaltige und flüssige Dünger
1) Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Erfordern besondere Bedürfnisse des Pflanzenbaus ausserhalb
dieser Zeiten dennoch eine Düngung, dürfen solche Dünger nur ausgebracht werden, wenn keine
Beeinträchtigung der Gewässer zu befürchten ist.
2) Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren,
schneebedeckt oder ausgetrocknet ist.

5. Eigenverantwortung und allfällige Konsequenzen
Das Gesetz sieht keine Bewilligungsmöglichkeit für Notausträge bei Gülle vor. Grundsätzlich muss ein Landwirt selber beurteilen, ob die Bedingungen für einen risikoarmen Austrag von Gülle, Mist und Kompost erfüllt sind. Dabei kann die Protokollierung des Entscheids mit den Checklisten auf dem separaten Formular aufzeigen, dass verantwortungsvoll und im Sinne einer guten landwirtschaftlichen Praxis gehandelt wurde.

Wer trotz untersagtem Einsatz gemäss der nachstehenden PDF-Datei Gülle, Mist oder Kompost während der Vegetationsruhe ausbringt, muss mit einer polizeilichen Anzeige und möglichen Bestrafung wegen Vergehen gegen das Umweltschutzgesetz, allenfalls auch wegen Vergehen gegen das Gewässerschutzgesetz oder das Strafgesetzbuch rechnen. Bei Vergehen gegen die vorgenannten Gesetze drohen Freiheits- oder Geldstrafen. Ausserdem können solche Verfahren verwaltungsrechtliche Konsequenzen zur Folge haben und damit im Einzelfall die Kürzung von Direktzahlungen auslösen.