News

Ausbringen von Gülle und Mist im Winter

30.12.2018
Gemäss guter landwirtschaftlicher Praxis – umweltschonend und gesetzeskonform
Die nachstehende PDF-Datei dient dem Landwirt als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage beim Einsatz von Hofdünger im Winter. Mit einbezogen ist ebenfalls das Ausbringen von Kompost. Die folgenden zwei Entscheidungsschemas sind ein Hilfsmittel zur Wahrnehmung der Eigenverant-wortung des Betriebsleiters. Sie enthalten die wichtigsten Kriterien für eine umweltschonende Hofdüngerausbringung in kritischen Situationen, wie sie im Winter während der Vegetationsruhe herrschen können. Ziel beim Ausbringen von Gülle und Mist im Winter nach guter landwirtschaftlicher Praxis ist die Vermeidung von Gewässer- und anderen Umweltbelastungen, sowie eine möglichst sinnvolle und effiziente Nutzung der auf dem Landwirtschaftsbetrieb vorhandenen Nährstoffe unter den besonderen Umständen.
Punkte 1 und 2 siehe nachstehende PDF-Datei.

3. Ausnahmeregelung für Hofdüngereinsatz ausserhalb der Vegetationsperiode
Grundsätzlich dürfen während der Vegetationsruhe keine stickstoffhaltigen Dünger ausgebracht werden, weil die Pflanzen den Stickstoff nicht aufnehmen können und ausreichend Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Das Ausbringen von Gülle, Mist und Kompost ist in dieser Zeit nur in Ausnahmesituationen und somit nur unter bestimmten Bedingungen gerechtfertigt. Dabei sind Risiken auszuschliessen, die zur Beeinträchtigung von Oberflächengewässern und Grundwasser führen können. Dünger dürfen nicht abgeschwemmt oder ausgewaschen werden!
Aus klimatologischer Sicht gilt jene Jahreszeit als Vegetationsruhe, bei der die Temperatur im Tagesmittel unter 5° C liegt. Unter diesen Bedingungen besteht kein Nährstoffbedarf der Pflanzen. Die Vegetationsruhe gilt als unterbrochen, wenn während mindestens 7 aufeinander folgenden Tagen die Tagesmitteltemperatur über 5° C steigt («Düngefenster»). Erfahrungsgemäss dauert die Vegetationsruhe im Mittelland von Mitte November bis etwa Mitte März (Tagesnormwerte der Messstationen von MeteoSchweiz im 30-jährigen Durchschnitt www.meteoschweiz.ch).

4. Fachtechnische, gesetzliche Grundlagen
Mit dem Auszug aus der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV Anhang 2.6) ist nur eine von vielen gesetzlichen Grundlagen erwähnt, aber die fachtechnisch relevanteste:

Ziff. 3.1 Grundsätze
1) Wer Dünger verwendet, muss berücksichtigen:
a. die im Boden vorhandenen Nährstoffe und den Nährstoffbedarf der Pflanzen (Düngungsempfehlungen);
b. den Standort (Pflanzenbestand, Topografie und Bodenverhältnisse);
c. die Witterung;
d. Beschränkungen, die nach der Gewässerschutz-, der Natur- und Heimatschutz- oder der Umweltschutzgesetzgebung angeordnet oder vereinbart worden sind.

Ziff. 3.2.1 Stickstoffhaltige und flüssige Dünger
1) Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Erfordern besondere Bedürfnisse des Pflanzenbaus ausserhalb
dieser Zeiten dennoch eine Düngung, dürfen solche Dünger nur ausgebracht werden, wenn keine
Beeinträchtigung der Gewässer zu befürchten ist.
2) Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren,
schneebedeckt oder ausgetrocknet ist.

5. Eigenverantwortung und allfällige Konsequenzen
Das Gesetz sieht keine Bewilligungsmöglichkeit für Notausträge bei Gülle vor. Grundsätzlich muss ein Landwirt selber beurteilen, ob die Bedingungen für einen risikoarmen Austrag von Gülle, Mist und Kompost erfüllt sind. Dabei kann die Protokollierung des Entscheids mit den Checklisten auf dem separaten Formular aufzeigen, dass verantwortungsvoll und im Sinne einer guten landwirtschaftlichen Praxis gehandelt wurde.

Wer trotz untersagtem Einsatz gemäss der nachstehenden PDF-Datei Gülle, Mist oder Kompost während der Vegetationsruhe ausbringt, muss mit einer polizeilichen Anzeige und möglichen Bestrafung wegen Vergehen gegen das Umweltschutzgesetz, allenfalls auch wegen Vergehen gegen das Gewässerschutzgesetz oder das Strafgesetzbuch rechnen. Bei Vergehen gegen die vorgenannten Gesetze drohen Freiheits- oder Geldstrafen. Ausserdem können solche Verfahren verwaltungsrechtliche Konsequenzen zur Folge haben und damit im Einzelfall die Kürzung von Direktzahlungen auslösen.
 

Milchbauern, Achtung!

23.11.2018
Jetzt 4.5 Rappen sichern

Alle Milchproduzenten in den Talbetrieben und auf den Sömmerungsbetrieben erhielten vor wenigen Tagen Post vom Bundesamt für Landwirtschaft. Die Milchproduzenten werden aufgefordert, das Gesuch um Ausrichtung der Zulage für Verkehrsmilch einzureichen. Als Verkehrsmilch (vermarktete Milch) gilt die Milch, die entweder zum Frischkonsum, zur Verarbeitung oder zur Verfütterung vom Betrieb oder Sömmerungsbetrieb weggeführt wird; oder im eigenen Betrieb oder Sömmerungsbetrieb zu Produkten verarbeitet wird, die nicht der Selbstversorgung dienen. Also müssen alle Milchproduzenten dieses Gesuch einreichen und zwar am besten vor Ende des Jahres 2018. Wie das Gesuch einzureichen ist, wird auf dem mitgelieferten Beschrieb Schritt für Schritt aufgezeigt. Wer sein Passwort für die dbmilch.ch vergessen hat, kann ein neues anfordern. Nachdem Sie die Daten Ihrer Bankverbindung erfasst haben, erhalten Sie über das Mail die Mitteilung „Gesuch erfolgreich gestellt“ Dann ist alles erledigt. Sollten wider Erwarten Schwierigkeiten auftreten, helfen Mitarbeitende der Treuhandstelle Milch (TSM) unter 058 101 80 00 oder Dominic Passeraub von der Betriebsberatung für das Berggebiet unter der Nummer 027 606 79 35 gerne weiter.

Die Zulage von 4.5 Rappen wird ab 2019 monatlich anhand der bei der TSM gemeldeten Menge an die Milchbauern ausbezahlt. Wer das Gesuch nicht stellt, bekommt keine Auszahlung.
 

Bericht zur Wolfspoltitik von Alt-Kantonstierarzt Josef Jäger

28.10.2018
Der ehemalige Kantonstierarzt, Dr. Josef Jäger, ist seit jeher ein Verfechter der Lockerung des Wolfsschutzes. Der 1941 in Turtmann geborene und aufgewachsene Sohn eines Arbeiterbauern erhielt 1968 das Diplom als Tierarzt (Abschluss Veterinärmedizin Universität Bern und Fribourg) und eröffnete zwei Jahre später eine Klein- und Grosstierpraxis in Visp. Von 1983 bis zu seiner Pension im Jahr 2006 war er als Kantonstierarzt tätig. Im Januar 2015 verfasste er einen erläuternden Bericht zur Änderung der Jagdverordnung, der auch heute noch seine Gültigkeit hat. Dr. Jäger stellt darin so zentrale Fragen wie: «Warum wurden grosse Raubtiere nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Westeuropa ausgerottet? Er erachtet den Austritt aus der Berner Konvention als dringende Voraussetzung und beschreibt seine Alp-Erfahrungen während seiner 37jährigen Arbeit als praktizierender Tierarzt und als Kantonstierarzt so: «Ich habe durch meine Arbeit viele Alpen im Kanton kennengelernt. Schlussendlich kann ich keine Alpe nennen, wo Voraussetzungen es schaffen würden, dass keine Schäden an Nutztieren durch Wolfsrudel möglich wären. Es stimmt einfach nicht, wenn der Bundesrat erklärt, dass unter bestimmten Voraussetzungen ein Zusammenleben mit grossen Raubtieren möglich wäre. Versteht der Bundesrat unter bestimmten Voraussetzungen, dass eine Anzahl von Schäden an Nutztieren in Kauf genommen werden muss?». Hier kann der vollständige Bericht gelesen werden