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Schweizer Bioviehtag

12.06.2018
Grosses Interesse am ersten Schweizer Bio-Viehtag
Der Austausch zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Beratung und Forschung stand am ersten Schweizer Bio-Viehtag auf dem Burgrain im luzernischen Alberswil im Zentrum. Der Anlass bot Aktuelles rund um die Bio-Rindviehhaltung. Rund 800 Personen nutzten die Gelegenheit für eine praxisnahe Auseinandersetzung mit Fragen rund um Fütterung, Zucht, Tiergesundheit und Tierwohl.
«Als Vollweidebetrieb leben wir Bio: Unsere sechzig Kühe sind fast immer draussen auf den Wiesen unterwegs», erklärt Andi Nussbaumer, Betriebsleiter auf dem Burgrain, anlässlich des ersten Schweizer Bio-Viehtags am 12. Juni auf seinem Betrieb. «Zur Bio-Nutztierhaltung gehören viel Auslauf und standortgerechte Fütterung», erläutert Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL. «Wichtig ist auch die Zucht von robusten, anpassungsfähigen Tieren und die gute krankheitsvorbeugende Betreuung.»

Fokus Rindviehhaltung
Im Fokus des ersten Schweizer Bio-Viehtages stand die Rindviehhaltung. An 14 Themenposten gaben Fachpersonen Auskunft und standen für Diskussionen zu Fütterung, Zucht, Tiergesundheit und Tierwohl zur Verfügung.
«Die standortgerechte Kuh muss Gras effizient in Milch und Fleisch umsetzen», sagt Josef Bircher, Präsident von Bio Luzern. Was das für die Zucht bedeutet, konnten Besucherinnen und Besucher beim Themenposten «Die ideale Weidekuh» in Erfahrung bringen, der vom FiBL und Bio Luzern gemeinsam betreut wurde: Bio-Zucht muss standort- und artgerecht sein. Und da es unterschiedliche Standorte gibt, braucht es im Biolandbau auch unterschiedliche Tiertypen.
Einige Züchter waren mit ihren Herden vor Ort. Im Forum stellten Praktikerinnen und Praktiker innovative Betriebssysteme vor und gaben die Erfahrungen in Kurzreferaten weiter. Im Ausstellerbereich standen Partnerorganisationen mit Info-Ständen bereit. Für das leibliche Wohl sorgte das Team vom Burgrain.
Der zweite Schweizer Bio-Viehtag findet im Jahr 2020 statt. Alternierend dazu steht am 13. Juni 2019 auf Sigi’s Biohof Schwand in Münsingen BE der siebte Bio-Ackerbautag auf dem Programm.
PROVIEH: Plattform von und für Tierhaltungsprofis
Gemeinsam mit Berufskolleginnen und -kollegen ein Thema vertiefen, Betriebsblindheit vorbeugen und wertvolle Anstösse für die Betriebsentwicklung erhalten: das bringt die Mitarbeit in einem PROVIEH-Arbeitskreis. Im Zentrum von PROVIEH stehen der Wissensaustausch auf Augenhöhe von Bauer zu Bauer sowie die Beratung und Forschung, in die Praxis und zurück. Mit den Stallvisiten und -Arbeitskreisen entwickelt Bio Suisse zusammen mit der kantonalen Bio-Beratung, dem FiBL und den regionalen Bio Suisse Mitgliedorganisationen die Bio-Tierhaltung weiter. Informationen und Anmeldung bei Bio Suisse: provieh@bio-suisse.ch oder Tel. 061 206 66 39.
Weitere Informationen
 

Ökotafeln

08.06.2018
Jetzt Ökotafeln bestellen
Beim LID stehen 13 Infotafeln zu Öko-Elementen im Kulturland zur Verfügung. Jetzt ist der gute Zeitpunkt, die Tafeln im Kulturland anzubringen. Viele Bauernbetriebe geben auf ihrem Land bewusst Öko-Elementen Raum. Sie fördern damit die Biodiversität und die Bodenlebewesen. Oftmals nehmen Passanten diese Elemente, beispielsweise einen Ast- und Steinhaufen, als «Unordnung» oder eine Buntbrache im Herbst als Ergebnis mangelnder Pflege wahr. Natürlichkeit sieht halt nicht immer schön gepflegt aus. Die Ökotafeln klären hier auf. Sie machen Passanten auf Buntbrachen, Grasstreifen, Steinhaufen und andere Elemente aufmerksam, weisen diese als wertvollen Lebensraum aus, benennen ihren ökologischen Nutzen und streichen die Leistung der Bauern hervor, die dahintersteckt. Die Tafeln im Format A3 sind Allwetterleichtplakate aus Hohlkammerplatten. Sie sind für die Bauernbetriebe kostenlos, nur Porto- und Verpackungskosten von CHF 8.00, müssen bezahlt werden. Die Montage ist simpel: Die Tafel lassen sich einfach an Pfosten oder auf feste Unterlagen nageln oder schrauben. Der LID empfiehlt, die Tafeln gezielt bei Öko-Elementen, entlang von Spazier- oder Velowegen einzusetzen und bei temporären Massnahmen wie Blühstreifen oder Grasstreifen nur solange, wie diese auch sichtbar sind. Das Angebot umfasst folgende Themen: Buntbrache, Ackerschonstreifen, Grasstreifen, Extensiv-Wiese, Hochstammbaum, Hecke, Ast-/Steinhaufen, Steinmauer, Moor und Fruchtfolge.
Die Tafeln bezeichnen alle Öko-Elemente als «Lebensraum» (A), zeigen sie in einem Beispielbild (B), beschreiben die Leistung der Bauern (C), benennen den ökologischen Nutzen des Elements (D) und laden ein, besondere Tiere und Pflanzen im Öko-Element zu entdecken (E).
Das Bestellblatt mit den verschiedenen Sujets finden Sie auf www.lid.ch oder rufen Sie an unter der Telefonnummer 031 359 59 77,
 

Tierzucht-Strategie 2030

29.05.2018
Ende Mai hat das Bundesamt für Landwirtschaft die Strategie Tierzucht 2030 publiziert. Die Publikation ist auf der Webseite des BLW unter Nachhaltige Produktion / Tierische Produkte und Tierzucht / Tierzucht und tiergenetische Ressourcen zu finden. In der Pressemitteilung heisst es dazu: In den letzten Jahren haben sich die Ansprüche der Gesellschaft an die Nutztierhaltung verändert. Bei der Erarbeitung der Strategie Tierzucht hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) die Anliegen und Anforderungen aller in die Tierzucht involvierten Parteien berücksichtigt. Mit dem Einbezug dieser neuen Kriterien deckt die «Strategie Tierzucht 2030» nun mehr Bereiche ab und ist damit breiter abgestützt.
Mit der «Strategie Tierzucht 2030», welche unter Mitarbeit ausgewiesener Experten entwickelt wurde, werden die Weichen gestellt. Eigenschaften wie die Tiergesundheit, die Umweltwirkung oder die Ressourceneffizienz rücken vermehrt in den Vordergrund und die Eigenverantwortung der Züchter und ihrer Organisationen gewinnen an Bedeutung. Die Rolle des Staates ist es entsprechend, die Züchter in ihren Zuchtaktivitäten zur langfristigen, wirtschaftlich erfolgreichen Nutzung und zur Erhaltung von seltenen Rassen unter Einbezug der gesellschaftlichen Anforderungen zu unterstützen.
Die Schweiz ist ein Grasland. Für eine ökologische und ökonomische Pflege unseres Grünlandes bietet sich die Tierzucht an. Diese trägt nicht nur zur Milch- und Fleischproduktion sowie zur Offenhaltung der Flächen bei, sondern wurde zu einem wichtigen Bestandteil von Identität und Kultur der Schweiz.

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